Donnerstag, 6. November 2014

Besuch in Madurai


Das letzte Mal, dass ich mich gemeldet habe, ist schon eine ganze Weile her. Zum einen liegt das daran, dass wir trotz der relativ wenigen Projekte, die wir haben, doch nur selten Zeit finden, um uns an den Computer zu setzen. Zum anderen hatten wir immer wieder Probleme mit dem Internet, die jetzt nach einigen Reparaturen der Leitungen und Router hoffentlich erstmal behoben sind.


Seit etwa einem Monat arbeiten 4 Freiwillige des CVJM in der Stadt Madurai, die nur 200km von uns entfernt liegt. Beim Zwischenseminar hatten wir schon vereinbart, dass wir sie direkt nach ihrer Ankunft besuchen. In den letzten Wochen kam dann aber immer etwas dazwischen, sodass es erst letztes Wochenende geklappt hat.


Am Freitag sind wir nach unserer Arbeit mit dem Bus 4 Stunden nach Madurai gefahren und erst spät abends dort angekommen. Das internationale Gästehaus, in dem die 4 Mädchen untergebracht sind, liegt mitten im Zentrum der Stadt, so dass es vom Busbahnhof schnell zu erreichen ist.
Von dort ist der bekannte Tempel von Madurai in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Das war dann auch unser Plan für Samstagmorgen. Als Gruppe von 6 Weißen haben wir also den Tempel besichtigt, der größer war, als ich ihn erwartet habe.
Dabei hat man den Unterschied zwischen Salem und Madurai gemerkt:  Salem ist keine Touristenstadt, weshalb man dort eigentlich nie Europäer sieht (außer natürlich uns). In Madurai haben wir rund um den Tempel viele Touristen gesehen und uns sogar mit einer Gruppe aus Deutschland unterhalten.
Leider darf man in den Tempel keine Kamera mitnehmen, weshalb ich dazu keine Bilder habe.

Nachmittags sind wir dann zu einer Jugendgruppe der englischen Kirche in Madurai gegangen, weil die Freiwilligen des YMCA Madurai (dort arbeiten noch zwei Mädchen aus Dänemark) - mehr oder weniger freiwillig :D - zu einem Gesangswettbewerb angemeldet wurden und wir sie unterstützen sollten. Das Lied haben wir vorher noch einmal schnell geübt und dachten, es könnte nichts schiefgehen. „Ist ja nur singen!“
Nach dem ersten Auftritt einer anderen Gruppe wussten wir aber sofort, dass wir uns getäuscht haben. Deren Show bestand aus aufwändig eingeübten Tänzen, Theater und Gesang und dauerte etwa 5 Minuten. Auch die anderen Gruppen haben sich aufwändig vorbereitet und lang einstudierte Choreografien vorgeführt. Als wir dann als fünfte und letzte Gruppe, etwas schief und mit dem ein oder anderen Lacher dazwischen, unser Lied vorgesungen haben, verließen sogar einige Inder den Raum.
Wie schlecht wir waren, zeigt glaube ich, dass die Jury so freundlich war und uns bei der Siegerehrung gar nicht mehr erwähnt hat…



Eine der indischen Vorführungen…



Am Sonntag sind wir noch gemeinsam in die Innenstadt und  über den Tempelmarkt gelaufen. Das war etwas Neues für uns, da  es in Salem keinen typisch indischen Markt gibt und stattdessen alles eher über kleine Läden läuft. Außerdem gibt es in Madurai einen KFC. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, dort etwas zu essen. Darin hat man sich wirklich wie in Deutschland gefühlt und die meisten Gerichte auf der Speisekarte haben sich kaum von dem unterschieden, was man so kennt. Die indische Anpassung bestand darin, dass es natürlich auch Reis als Beilage zu den Gerichten gibt.



Für alle KFC-Liebhaber :D

Montagvormittag haben wir uns vor unserer Rückfahrt nach Salem noch den Arbeitsplatz der Mädchen angeschaut. Sie arbeiten in einer Schule für geistig behinderte Kinder, die vom YMCA Madurai getragen wird.

Das Wochenende in Madurai hat uns sehr viel Spaß gemacht und war die Reise auf jeden Fall wert. Es war interessant, noch eine andere große Stadt Indiens zu sehen, die, obwohl sie nicht weit von Salem entfernt liegt und nicht viel größer ist, doch sehr unterschiedlich und eine ganz neue Erfahrung  ist.
Es war natürlich klasse, dass sich die Mädchen schon wirklich gut auskannten und uns somit einiges gezeigt haben, was wir allein nicht so einfach gefunden hätten.
Es war auch toll, sich mit anderen Leuten über das Erlebte auszutauschen, die viele gleiche Erfahrungen hier in Indien gemacht haben und sich in einer ähnlichen Situation wie wir befinden. Dabei fand ich vor allem interessant, wie unterschiedlich wir doch manche Dinge erklärt bekommen haben.
Schön war natürlich auch, dass wir ein ganzes Wochenende mal fast nur deutsch reden konnten. Die Gelegenheit werden wir aber schon sehr bald wieder bekommen, denn in 2 Wochen treffen wir die Mädchen aus Madurai und viele andere deutsche Freiwillige beim Zwischenseminar in Tranquebar an der Ostküste Südindiens. Dort sehen wir dann auch das erste Mal das Meer hier und können hoffentlich baden gehen!

Das war`s erstmal von mir. Der nächste Blogeintrag wird hoffentlich nicht so lange auf sich warten lassen und dann berichte ich auch genauer von meiner Arbeit.




Das wohl wichtigste indische Fest, „Diwali“ (Lichterfest), im Jugendgefängnis in Salem vor 2 Wochen.


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